Drei Fragen an … Ingo Fehr

Imker und Umweltingenieur am Hamburg Airport

Jedes Jahr heben seine Bienen am Hamburg Airport ab – dieses Jahr leben erstmals 200.000 hier. Ihr Honig gibt wichtige Hinweise auf die Luftqualität am Airport. Wie er auf diese Idee kam, ob der Flughafen ein guter Lebensraum für Bienen ist, und was die Bewertungen des Honigs bedeuten, haben wir Ingo Fehr gefragt.

 

ECONews: Herr Fehr, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Bienen als Indikatoren für die Luftqualität am Hamburg Airport zu verwenden?

 

Ingo Fehr: Ich habe vor 18 Jahren am Flughafen meine Diplomarbeit im Fach Umwelttechnik geschrieben, bei der es um die Filterung von Luftschadstoffen ging. Damals war ich bereits Hobby-Imker – mein Schwiegervater hatte mich gebeten, hin und wieder bei seinen Bienen zu helfen. Bald hatte ich dann meine eigenen Völker. Zu der Zeit habe ich einen Bericht über eine Untersuchung von Schwermetallen in Honig gelesen. In der Umweltabteilung des Flughafens entstand dann die Idee, Bienenvölker aufzustellen und den Honig auf die typischen Luftschadstoffe zu untersuchen, da Bienen ihr Fluggebiet sehr intensiv durchfliegen. Eine Biene macht pro Tag zirka 40 Flüge und besucht dabei etwa 4000 Blüten. 

 

ECONews: Ist ein Flughafen überhaupt ein guter Lebensraum für Bienen? 

 

Ingo Fehr: Das Flughafengelände mit seinen Grünflächen, einer artenreichen Flora und sogar einem Teich ist ein idealer Lebensraum für die Bienen mitten in der Großstadt. Hamburg Airport bietet eine der größten zusammenliegenden Grünflächen in Hamburg. Zudem gibt es in der Umgebung, die die Bienen auch anfliegen, viele Kleingärten und alte Baumbestände. Die Untersuchungen im Labor zeigen ein Spektrum an Pollen, das von Vergissmeinnicht über Linde, Ahorn, Kastanie, Stein- und Kernobst bis zu diversen Gräsern und wildem Wein reicht. Eine ausreichende Wasserversorgung für die Bienen bieten auch die umliegenden Gewässer.

 

ECONews: Wie sehen die Beurteilungen des Honigs aus den Labors aus?

 

Ingo Fehr: Die chemisch-physikalischen Werte, die in den Laboren gefunden wurden, waren einwandfrei, und der geerntete Honig entsprach den Bestimmungen der deutschen Honigverordnung für Speisehonig und den Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes. Von Kerosin ist in Geruch und Geschmack nicht die geringste Spur zu finden. Der Flughafenhonig verfügt über einen honigtypischen, blumig aromatischen Geschmack und Geruch.

 

Foto: Michael Penner, Flughafen Hamburg