Wasserstoff und Sauerstoff bringen Flugzeug zum Rollen

Im Test war das Projekt von DLR, Airbus und Lufthansa Technik erfolgreich

Die meisten Flugzeuge tun es täglich: Sie rollen von der Parkposition zur Startbahn oder von der Landebahn zur Parkposition. Damit das passiert, müssen Piloten heute noch die Turbinen starten. Wie sich der Lärm, der dabei entsteht, und der Treibstoffverbrauch künftig reduzieren ließe, haben Airbus, Lufthansa Technik und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik im Rahmen eines Tests erforscht.

 

In das DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA wurde dazu ein Brennstoffzellensystem eingebaut, das mit Hilfe von Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie produzierte. Damit trieb es zwei Elektromotoren an, die wiederum das Bugrad des 47 Tonnen schweren Flugzeugs in Bewegung versetzten. Wie das Team um Projektleiter Dr. Josef Kallo vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik herausfand, könnten Fluggesellschaften eine Menge einsparen: nahezu den gesamten Lärm sowie bis zu 19 Prozent der am Boden ausgestoßenen Schadstoffe.

 

Im Gegensatz zur Verbrennungskraftmaschine mit gekoppeltem Generator, der bei Flugzeugen heute für das Rollen eines Flugzeugs verantwortlich ist, beweist die Brennstoffzelle außerdem eine deutlich höhere Effizienz. Und noch ein Vorteil, über den sich die Finanzmanager der Airlines freuen dürften: Da sich durch den Einsatz eines elektrisch betriebenen Bugrades die Betriebsdauer der Flugzeugtriebwerke verringert (bei einem Kurzstreckenjetzt könnten sie täglich bis zu zwei Stunden weniger laufen als regulär, so die Forscher), würden sich außerdem die Zeitabstände für die Triebwerksüberholung erhöhen.

 

Damit scheint der Testbetrieb Erfolg auf der ganzen Linie zu versprechen.

 

Foto: DLR